Männerspezifische Gesundheitsaspekte/Einführungsartikel

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Männer gelten vor allem dann als krank, wenn ihr Körper krank ist. Psychische Beschwerden wie Angst oder Depression werden besonders bei Männern immer noch häufig stigmatisiert und tabuisiert. Das zeigt der Männergesundheitsbericht, den die Stiftung Männergesundheit zusammen mit der Deutschen Krankenversicherung (DKV) 2013 veröffentlichte.[1] Die Folgerung liegt nahe, dass die Zahl unerkannter psychischer Erkrankungen bei Männern deutlich höher ist als bei Frauen. Damit scheinen aktuell klare Defizite in Diagnostik und Versorgung  psychischer Erkrankungen bei Männern zu bestehen. Entscheidend ist, diesem Thema möglichst bald verstärkt gesellschaftliche, gesundheitsökonomische und gesundheitspolitische Relevanz zuzusprechen.[1]
Depressive Symptome bei Männern können  sich häufig in anderer Form äußern als bei Frauen. Zum Beispiel reagieren Männer bei einer Depression eher aggressiv, risikofreudig und greifen öfter zu Alkohol und Drogen. Diese externalen Symptome können dann die „klassisch“ internalen Symptome wie Niedergeschlagenheit, Verlust an Freude oder Selbstwertverlust überdecken. Auch können psychische Belastungen aufgrund von beruflichem Stress bei Männern übersehen werden. Dabei ergibt der Männergesundheitsbericht 2013, dass Männer aufgrund ihres Berufes deutlich stärker psychisch belastet sind als dies bei Frauen der Fall ist. Zudem werden Männer öfter in ihrem Leben mit Gewalt konfrontiert (sowohl als Täter als auch als Opfer). Beispielsweise können sich auch Angststörungen bei Männern in Form von Gewaltausbrüchen äußern und werden ähnlich wie Depressionen häufig nicht erkannt. Auch gilt es, den Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen und psychischem Leid stärker zu berücksichtigen. Psychische Betreuung bei chronisch oder akut schwer Erkrankten ist besonders bei Männern immer noch keine Selbstverständlichkeit. Die Folge ist gravierend: Männer die sowohl psychisch als auch körperlich erkrankt sind, verlieren im Vergleich zu rein körperlich Erkrankten durchschnittlich 20 Lebensjahre.[1]

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Literatur

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  1. Weißbach L, Stiehler M. Männergesundheitsbericht 2013: Im Fokus: Psychische Gesundheit. Bern: Hans Huber; 2013.

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Zuletzt geändert: 2021-03-09 13:38:22